Ist Nordamerika im Robotik-Wettlauf ins Hintertreffen geraten?

Die Roboterdichte in Nordamerika wächst, bleibt jedoch hinter den Werten Westeuropas zurück. Dies wirft Fragen zur Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der Region auf.

Die neuesten Daten des Internationalen Verbands der Robotik (IFR) zeigen, dass die Roboterdichte in Nordamerika im Jahr 2025 um vier Prozent gestiegen ist. Dennoch liegt die Region mit 204 Robotern pro 10.000 Beschäftigten deutlich hinter Westeuropa zurück, wo der Rekordwert von 267 Robotern im Jahr 2024 erreicht wurde. Diese Zahlen verdeutlichen einen klaren Unterschied in der Nutzung von Automatisierungstechnologien zwischen den Regionen.

Die führenden Länder im Bereich der Roboterdichte sind bemerkenswert: Südkorea führt mit 1.220 Robotern pro 10.000 Beschäftigte, gefolgt von Singapur mit 818 und Deutschland mit 449. Auch Kanada und die USA tragen zur nordamerikanischen Statistik bei, wobei Kanada mit 241 Robotern auf dem dreizehnten Platz landet, während die Vereinigten Staaten 307 erreichen. Im Vergleich dazu beträgt die Roboterdichte der Europäischen Union 231, was sie über dem globalen Durchschnitt von 132 Robotern je 10.000 Beschäftigte platziert.

Takayuki Ito, Präsident der IFR, erläutert die Bedeutung der Roboterdichte: „Die Roboterdichte bietet eine einheitliche Grundlage für den Vergleich, indem sie die Gesamtzahl der in einem Land eingesetzten Roboter mit seiner wirtschaftlichen Größe in Relation setzt, gemessen an der Arbeitskraft.“ Dies macht die hohe Dichte in Ländern wie Südkorea umso bemerkenswerter, da sie sowohl auf die strategische Ausrichtung der Industrie als auch auf die Innovationskraft hindeutet.

Obwohl Asien insgesamt die niedrigste Durchschnittszahl an Robotern aufweist, zeigt die Region das größte Wachstum mit einem Anstieg von 11 Prozent. Dies ist insbesondere auf China zurückzuführen, das mit etwa zwei Millionen Robotern weltweit an zwanzigster Stelle steht und damit etwa 4,5 Mal mehr als Japan hat. Diese Entwicklung könnte die zukünftige Dynamik auf dem globalen Robotermarkt erheblich beeinflussen.

Zusammenfassung der Robotik-Daten und Trends

  • Die Roboterdichte in Nordamerika stieg auf 204 pro 10.000 Beschäftigte, bleibt jedoch hinter Westeuropa zurück.
  • Südkorea führt die Liste mit 1.220 Robotern pro 10.000 Arbeitnehmern an, gefolgt von Singapur und Deutschland.
  • Asien zeigt das größte Wachstum bei der Roboterdichte, insbesondere in China.

Was Operations-Profis wissen sollten

Die Robotik ist ein entscheidendes Thema für Operations-Management-Profis, da sie die Effizienz und Produktivität von Unternehmen erheblich steigern kann. In Anbetracht der steigenden Roboterdichte in anderen Regionen ist es für nordamerikanische Unternehmen unerlässlich, ihre Strategien in der Automatisierung zu überdenken und gegebenenfalls anzupassen.

Es empfiehlt sich, in Technologien zu investieren, die die Produktivität erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit auf dem globalen Markt sichern. Operations-Profis sollten auch die Schulung ihrer Mitarbeiter in der Handhabung und Integration von Robotern in bestehende Arbeitsabläufe in Betracht ziehen, um die Akzeptanz und die Effizienz zu maximieren. Aus diesen Entwicklungen ergeben sich klare Schwerpunkte für das Tagesgeschäft, insbesondere in der Fertigung und Logistik, wo Technologie zunehmend eine Schlüsselrolle spielt.

Robert Reseneder – Interim Manager und Mentor
Tel. +49 175 265 6522

Diese Zusammenfassung basiert auf dem Beitrag Robot density surging across the globe: International Federation of Robotics
Quelle: Manufacturing AUTOMATION

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