Wie doppelte Lernschleifen Organisationen zu echtem Fortschritt führen

In vielen Organisationen steht Lernen auf der Agenda, doch nur wenige verstehen, wie man es richtig umsetzt. Häufig sammeln Teams Feedback und führen Retrospektiven durch, ohne die tieferliegenden Gründe für ihre Probleme zu hinterfragen. In seinem Buch „Organizational Learning II“ präsentiert Chris Argyris die beiden Konzepte des Lernens: Single-Loop und Double-Loop Learning. Während erstere lediglich sichtbare Probleme behebt, geht letzteres einen bedeutenden Schritt weiter und analysiert die grundlegenden Annahmen, die zu diesen Problemen führen. Dieser Artikel beleuchtet, warum echtes Lernen entscheidend für den Erfolg von Organisationen ist und wie Ansätze wie Kanban Zone dabei helfen können.

Argyris und Schön erläutern, dass Lernen nicht nur darin besteht, Wissen zu erwerben, sondern auch die Überzeugungen und Theorien zu hinterfragen, die unser Verhalten steuern. Ein Verständnis der beiden Lernarten ist daher für jedes Unternehmen essentiell.

Die Konzepte des Lernens nach Argyris

Das Single-Loop Learning befasst sich damit, Fehler innerhalb der bestehenden Normen zu erkennen und zu beheben. Zum Beispiel könnte ein Team beschließen, die Personalausstattung zu erhöhen, weil die Durchsatzleistung zu niedrig ist. Das Double-Loop Learning hingegen hinterfragt die zugrunde liegenden Annahmen und Strategien, die zu diesem Fehler geführt haben, z. B. die Frage, warum das System so gestaltet ist, dass es auf Überstunden angewiesen ist.

Ein zentrales Konzept ist die Unterscheidung zwischen der „gesagten Theorie“ und der „tatsächlichen Theorie“. Der erste Begriff beschreibt, was wir glauben zu wissen, während letzterer unser tatsächliches Verhalten widerspiegelt. Defensive Routinen, wie das Vermeiden von Konflikten oder das Verstecken von Daten, behindern das echte Lernen und müssen überwunden werden.

Warum die Ideen von Argyris für Organisationen relevant sind

Viele Programme zur kontinuierlichen Verbesserung scheitern, weil sie im Single-Loop Learning stecken bleiben. Teams optimieren Prozesse, ohne die zugrunde liegenden Annahmen in Frage zu stellen. Effizienz wird gemessen, aber der Wert nicht. Feedback wird oft als Kritik und nicht als Chance betrachtet. Argyris zeigt, dass nachhaltige Verbesserungen nur mit Double-Loop Learning erzielt werden können – durch eine Veränderung der Denkweisen und nicht nur der Methoden.

Wie Kanban Zone den Lernansatz von Argyris umsetzt

Das System von Kanban Zone bietet die Struktur und Transparenz, die für sowohl Single- als auch Double-Loop Learning erforderlich sind. Durch visuelle Boards und Flussmetriken können Teams schnell auf Probleme reagieren und Anpassungen vornehmen. Gleichzeitig wird der Raum für tiefere Fragen geschaffen, die zur Auseinandersetzung mit den zugrunde liegenden Annahmen anregen.

Kanban Zone zeigt auf, dass ein offener und transparenter Umgang mit Daten gefördert wird. Dies führt zu einer höheren psychologischen Sicherheit und zur Schaffung eines gemeinsamen Verständnisses von Problemen, die nicht persönlich, sondern systematisch betrachtet werden.

Zusammenfassung des Themas: Organisationale Lernprozesse verstehen

  • Single-Loop Learning behebt sichtbare Probleme; Double-Loop Learning hinterfragt grundlegende Annahmen.
  • Transparente Systeme fördern sowohl Korrekturen als auch tiefere Reflexionen über Arbeitsweisen.
  • Echtes Lernen erfordert Mut, Annahmen zu hinterfragen, um nachhaltige Veränderungen zu schaffen.

Was Operations-Profis wissen sollten

Die Relevanz dieses Themas für Operations-Profis ist evident: kontinuierliches Lernen und die Bereitschaft, grundlegende Annahmen zu hinterfragen, sind wesentliche Voraussetzungen für den Erfolg in einem dynamischen Geschäftsumfeld. Organisationen müssen solche Lernprozesse in ihren Betriebsabläufen integrieren.

Operations-Profis sollten darauf achten, die Teamdynamiken zu fördern, die offene Kommunikation und ehrliche Reflexion ermöglichen. Die Einführung von Systemen wie Kanban kann dabei helfen, Transparenz zu schaffen und die Analysemöglichkeiten zu erweitern. Dies führt zu einem Produktivitätszuwachs und verbessert die Teamkultur, indem das Lernen als positiver Bestandteil des Arbeitsalltags wahrgenommen wird.

Die Konsequenzen für das Tagesgeschäft sind enorm. Durch die Schaffung einer Kultur, in der Rückmeldungen geschätzt werden und in der Mitarbeiter nicht nur ihre Erfolge, sondern auch ihre Misserfolge teilen, wird eine fundiertere Entscheidungsfindung eröffnet und die kontinuierliche Verbesserung gefördert.

Robert Reseneder – Interim Manager und Mentor
Tel. +49 175 265 6522

Diese Zusammenfassung basiert auf dem Beitrag Chris Argyris’ Organizational Learning II: How Double-Loop Learning Drives Real Improvement
Quelle: Kanban Zone

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