Wie digitale Wasserzeichen das Recycling von Lebensmittelverpackungen revolutionieren könnten
Belgien hat als erstes europäisches Land einen innovativen Versuch gestartet, um die Trennung von flexiblen Lebensmittelverpackungen in Sortieranlagen zu optimieren. Diese bahnbrechende Methode nutzt unsichtbare digitale Wasserzeichen, um Verpackungen zu identifizieren und sie korrekt zu kategorisieren. Dies könnte entscheidend für die Verbesserung der Recyclingquote und der Lebensmittelsicherheit sein.
Die belgische Organisation Fost Plus hat in Kooperation mit namhaften Unternehmen wie Mondelēz International, Ferrero, PepsiCo und Pladis ein wegweisendes Projekt ins Leben gerufen, das darauf abzielt, flexible Lebensmittelverpackungen effizient zu sortieren. Im Mittelpunkt steht die Verwendung unsichtbarer digitaler Wasserzeichen, die auf den Verpackungen angebracht werden. Diese Wasserzeichen funktionieren ähnlich wie QR-Codes, die für das menschliche Auge nicht sichtbar sind, aber wichtige Informationen über den Inhalt der Verpackung bereitstellen. Philippe Gendebien, Business Innovation Manager bei Fost Plus, erläutert: „Wenn eine Verpackung im Sortierzentrum ankommt, können spezielle Kameras diesen Code lesen und die Verpackung automatisch dem richtigen Abfallstrom zuordnen.“
Aktuell werden Verpackungen bereits in 16 Materialströme sortiert, aber die neue Technologie ermöglicht einen entscheidenden Fortschritt: die Unterscheidung zwischen Lebensmittel- und Nicht-Lebensmittelverpackungen. Diese Differenzierung ist von großer Bedeutung, da strenge Vorschriften die Verwendung von recyceltem Kunststoff für Lebensmittelverpackungen regeln, um die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten. Bisher war es nur möglich, recyceltes PET, das hauptsächlich aus Getränkeflaschen oder spezifischen Kunststoffschalen stammt, zur Herstellung von Lebensmittelverpackungen zu nutzen.
Mit der Einführung von digitalen Wasserzeichen besteht die Möglichkeit, dass dieser Prozess revolutioniert wird und die Recyclingquote für flexible Verpackungen erheblich ansteigt. Gendebien weist darauf hin, dass mindestens 95 Prozent der im PMD-Sack sortierten PET-Verpackungen ursprünglich Lebensmittelverpackungen waren: „Der daraus hergestellte recycelte Kunststoff ist ebenfalls lebensmittelecht. Bei anderen flexiblen Verpackungen war die Trennung von Lebensmittel- und Non-Food-Verpackungen jedoch eine erhebliche Herausforderung. Unsere Technologie möchte dieser Herausforderung begegnen und dazu beitragen, den Kreislauf zu schließen.”
Im Rahmen des europäischen Projekts HolyGrail 2030 wird die Technologie getestet, unterstützt von der European Brands Association AIM. Ziel des Projekts ist es, das Potenzial fortschrittlicher Sortiertechnologien zu nutzen, um die EU-Recyclingziele zu erreichen. Laut der neuen europäischen Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung müssen Kunststoffverpackungen für Lebensmittel ab 2030 mindestens 10 Prozent recyceltes Material enthalten.
Die Sortierversuche in Belgien werden von Fost Plus durchgeführt, und die sortierten Materialien werden an das deutsche Unternehmen Hündgen Entsorgung transportiert. Dort setzt man hochauflösende Kameras ein, die speziell für die Lesung der digitalen Wasserzeichen konzipiert wurden. Philippe Gendebien hebt hervor: „Belgien hat bereits eine Vorreiterrolle im Verpackungsrecycling, und mit ‚HolyGrail 2030 – Circular Packaging‘ machen wir weiteren Fortschritt. Unsere Technologie wird nicht im Labor getestet, sondern mit echten Verpackungen, die Verbraucher tatsächlich nutzen und entsorgen. Nur so können wir sicherstellen, dass sie in der Praxis funktioniert.”
Zusammenfassung: Digitale Wasserzeichen im Recycling
- Belgien testet digitale Wasserzeichen zur Trennung von Lebensmittel- und Nicht-Lebensmittelverpackungen.
- Die Technologie könnte die Recyclingquote für flexible Verpackungen signifikant erhöhen.
- Ziel ist es, die EU-recyclingziele bis 2030 zu erreichen und die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten.
Was Operations-Profis wissen sollten
Das Thema Recycling flexibler Lebensmittelverpackungen ist für Operations-Manager von hoher Relevanz, da es nicht nur die Effizienz der Recyclingprozesse verbessert, sondern auch zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften beiträgt. Die Nutzung digitaler Wasserzeichen ermöglicht eine präzisere Sortierung, die sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile mit sich bringt.
Es ist veranlasst, Maßnahmen zur Integration dieser Technologie in die bestehenden Operations-Prozesse zu prüfen, um den reibungslosen Ablauf der Sortierung und Wiederverwertung sicherzustellen. Im Tagesgeschäft ergeben sich dadurch Konsequenzen, da Unternehmen darauf vorbereitet sein müssen, sich an fortschrittliche Technologien anzupassen und eventuell neue Partnerschaften zu etablieren, um die gesammelten Materialien effizienter zu verarbeiten. Dieser Wandel kann bedeutende Einfluss auf die gesamte Lieferkette haben und zur Erreichung der zukünftigen Recyclingziele beitragen.
Robert Reseneder – Interim Manager und Mentor
Tel. +49 175 265 6522
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Beitrag Belgien testet digitale Wasserzeichen für Sortierung von
Lebensmittelverpackungen
Quelle: packaging journal