Warum die interpack 2026 zur Schlüsselmesse für sichere Verpackungslösungen wird
Kurz vor dem Start der interpack 2026 stehen die Akteure der Verpackungsindustrie vor großen Herausforderungen, die sowohl technologische als auch regulatorische Aspekte betreffen. Investitionen werden zurückgehalten, Aufträge stagnieren, und das regulatorische Umfeld sorgt für Unsicherheiten. Während die interpack als bedeutende Plattform für die Branche gilt, hat sich das Umfeld, in dem sie stattfindet, signifikant verändert. Die Gesprächspartner, bestehend aus key players wie Richard Clemens vom VDMA, Markus Rustler, CEO von Theegarten-Pactec, und Thomas Dose, Director der interpack, teilten ihre Einsichten über die aktuellen Herausforderungen und Perspektiven der Branche.
Die interpack repräsentiert nicht nur einen Marktplatz, sondern auch eine Gelegenheit, die Trends und Herausforderungen der Verpackungs- und Verarbeitungsindustrie zu thematisieren. Obwohl die Messe eine beeindruckende Anzahl an Ausstellern und eine internationale Besucherschaft anzieht, machen es externe Faktoren wie geopolitische Entwicklungen und regulatorische Anforderungen erforderlich, neue Strategien zu entwickeln.
Richard Clemens hebt hervor, dass die Auftragslage in den ersten Monaten des Jahres 2023 hinter den Erwartungen geblieben ist, nicht aus Mangel an Projekten, sondern aufgrund einer zögerlichen Entscheidungsfindung in den Führungsetagen vieler Unternehmen. Der Verlust an Planungssicherheit wirkt wie Gift für eine Branche, die stark auf langfristige Investitionszyklen angewiesen ist. Markus Rustler ergänzt, dass Unternehmen, die auf dem globalen Markt bestehen wollen, in einem volatilen Umfeld schnelle Reaktionen erfordern.
Die geopolitische Lage spielt laut Rustler ebenfalls eine entscheidende Rolle. Kürzlich implementierte Zollpolitiken machen Unternehmen zu schaffen, insbesondere im Bereich des Nearshorings. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Investitionsbereitschaft und führt dazu, dass viele Projekte auf unbestimmt Zeit verschoben werden. Die Realität hat gezeigt, dass Unternehmen verstärkt auf pragmatische Lösungen setzen müssen. Damit sind Konzepte gemeint, die nicht unbedingt in technischem Perfektionismus münden, sondern vielmehr praktischen Anforderungen, wie Lebensmittelsicherheit und Hygiene, genügen.
Persönlichkeiten der Branche kommen zur interpack 2026
Ein entscheidendes Thema, das die Branchengespräche dominiert, ist die EU-Verpackungsverordnung PPWR, die ab August 2026 in Kraft tritt. Clemens erklärt, dass diese Verordnung, obwohl sie eine einheitliche Regelung schafft, auch einen erheblichen bürokratischen Aufwand mit sich bringt. Fachkräfte sind benötigt, um die neuen Anforderungen zu bewältigen – und das in einer Zeit, wo personelle Ressourcen an anderer Stelle dringend benötigt werden.
Rustler warnt vor den wirtschaftlichen Folgen, die durch die Umstellungskosten der PPWR entstehen könnten, und weist auf die Gefahr hin, dass diese Kosten letztlich den Endkonsumenten belasten und zusätzlich den Druck auf die Kaufkraft in Europa erhöhen könnten. Daraus ergibt sich der dringende Appell an die Gesetzgeber: Eine Regulierung sollte praxistauglich sein, um die Branche nicht unnötig zu belasten.
Technologisch gesehen bleibt die Entwicklung im Verpackungsmaschinenbau jedoch ein Antriebsmotor für Innovationen. Rustler erklärt, dass Software von einer Randerscheinung zur zentralen kompetenz in der Branche gewachsen ist. Die Integration von KI zur Prozessoptimierung und die Entwicklung energieeffizienter Systeme sind heute realistische Ziele, die auf der interpack 2026 präsentiert werden. Diese technologischen Fortschritte bieten Lösungen für bestehende Herausforderungen und unterstreichen die Systemrelevanz der Verpackungsindustrie für die Gesellschaft.
Die interpack 2026 verspricht, nicht nur aktuelle Trends und Technologien zu präsentieren, sondern auch als Plattform zu fungieren, die Antworten auf die drängenden Fragen der Branche liefert. Am 7. Mai öffnet Düsseldorf seine Tore, bereit, als Welthauptstadt der Verpackungsindustrie zu agieren.
Zusammenfassung der interpack 2026: Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen
- Die Auftragslage in der Verpackungsindustrie bleibt hinter den Erwartungen zurück – Entscheidungsprozesse sind zögerlich.
- Regulatorische Anforderungen und geopolitische Risiken beeinflussen Investitionsentscheidungen erheblich.
- Technologischer Fortschritt, insbesondere im Bereich Software und KI, wird zum Schlüssel für Unternehmen, die in einem dynamischen Markt bestehen wollen.
Was Operations-Profis wissen sollten
Die bevorstehende interpack 2026 ist für Operations-Manager von wesentlicher Bedeutung. Das Umfeld, in dem die Verpackungsindustrie agiert, ist voller Unsicherheiten und erfordert proaktive Strategien. Es ist entscheidend, die Entwicklungen im regulatorischen Bereich zu beobachten, um frühzeitig auf Änderungen reagieren zu können.
Operations-Profis sollten agile Maßnahmen ergreifen und sich darauf konzentrieren, Effizienz und Flexibilität in den Produktionsprozessen zu gewährleisten. Die Integration neuer Technologien und die Anpassung an die sich ändernden Marktanforderungen sind ebenfalls von großer Bedeutung, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können. Unternehmen, die diese Trends erfolgreich umsetzen, positionieren sich optimal für die Zukunft der Branche.
Die interpack 2026 bietet eine hervorragende Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren und sich mit Branchenkollegen auszutauschen. In einer Zeit, in der die Unsicherheit dominiert, ist es wichtiger denn je, nicht nur die Herausforderungen zu erkennen, sondern auch Perspektiven zu finden und Antworten zu entwickeln.
Robert Reseneder – Interim Manager und Mentor
Tel. +49 175 265 6522
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Beitrag Heimspiel unter Druck: Was die Verpackungsbranche vor der interpack wirklich bewegt
Quelle: packaging journal