Warum die neuen Robotikstandards entscheidend für die Sicherheit am Arbeitsplatz sind
Die fortschreitende Entwicklung von Robotern und insbesondere von kollaborativen Robotern (Cobots) stellt die Industrie vor neue Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf die Sicherheit der Arbeiter. Mit der Einführung verbesserter Sicherheitsstandards wollen Hersteller und Betreiber eine reibungslosere Interaktion zwischen Mensch und Maschine ermöglichen und gleichzeitig potenzielle Gefahren verringern.
Die Industrieautomatisierung erlebt ein starkes Wachstum, da Hersteller und Endbenutzer gleichermaßen von der effizienten Ausführung vieler Aufgaben profitieren möchten. Während einige Menschen Roboter mit autonomen Fahrzeugen oder Drohnen in Verbindung bringen, sind industrielle Roboter und Cobots präzise programmierbare Manipulatoren, die oft über drei oder mehr Achsen verfügen.
Laut dem International Federation of Robotics (IFR) ist die Nachfrage nach traditionellen Robotern in den letzten fünf Jahren um jährlich sieben Prozent gestiegen. Im Gegensatz dazu steckt der Markt für Cobots, die für die Zusammenarbeit mit Menschen optimiert sind, noch in den Kinderschuhen, hat jedoch das Potenzial für ein signifikantes Wachstum, welches von der IFR vorhergesagt wird.
Während sowohl Roboter als auch Cobots mit Sicherheitsmechanismen ausgestattet sind, sind Cobots speziell dafür konzipiert, in unmittelbarer Nähe von Mitarbeitern zu arbeiten. Unterschiedliche Sicherheitsstandards wurden für beide Kategorien entwickelt, und die neue Norm bringt bedeutende Änderungen mit sich, die für Designer, Hersteller und Benutzer von Bedeutung sind.
Die Entwicklung neuer Standards und ihre Bedeutung
Früher galten unterschiedliche Sicherheitsstandards für industrielle Roboter (ISO 10218) und kollaborative Systeme (ISO/TS 15066). Mit der Überarbeitung der ISO 10218-Serie wird diese Unterscheidung aufgehoben. Stattdessen wird jetzt der gesamte Roboterbetrieb als gemeinsames System betrachtet, in dem Menschen und Maschinen zusammenarbeiten. Die neuen Standards betonen, dass eine vollständige Sicherheitsbeurteilung erforderlich ist, wenn ein Roboter und ein Mitarbeiter denselben Arbeitsraum nutzen.
Die neuen Standards definieren zwei Hauptklassen von Robotern:
- Robot Class I: Roboter mit einem Gesamtgewicht von bis zu 10 kg und maximalen Kräften von 50 N.
- Robot Class II: Roboter, die schwerer sind oder höhere Kraft- und Geschwindigkeitswerte haben.
Für die Anwendung von Robotern der Klasse II in kollaborativen Umgebungen sind zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen erforderlich, darunter Geschwindigkeits- und Abstandsüberwachung sowie Kraft- und Leistungsbegrenzungen.
Die Anforderungen an die Sicherheitstechnik umfassen nicht nur die physische Abschottung der Robotereinheiten, sondern auch spezifische Steuergeräte wie eine sogenannte „Einschaltvorrichtung“ oder einen „Dead Man’s Switch“. Diese sind unerlässlich, um sicherzustellen, dass beispielsweise der Betrieb sofort stoppt, wenn der Bediener den Schalter nicht mehr betätigt.
Zusammenfassung der neuen Standards für Roboter
- Die neuen ISO 10218-Standards integrieren Roboter und Cobots in ein gemeinsames Regelwerk, das die Sicherheit aller Roboter an einem Arbeitsplatz standardisiert.
- Roboter werden in zwei Klassen kategorisiert: Class I für leichtere, kollaborative Systeme und Class II für schwerere Einheiten mit strikteren Sicherheitsanforderungen.
- Neue Sicherheitsvorrichtungen und Steuergeräte sind erforderlich, um den sicheren Betrieb und die Interaktion zwischen Mensch und Maschine zu gewährleisten.
Was Operations-Profis wissen sollten
Die Relevanz der neuen Standards reicht weit über die Implementierung hinaus. Für Operations-Manager bedeutet dies, dass sie sich proaktiv mit den neuen Sicherheitsanforderungen auseinandersetzen müssen, um sowohl gesetzliche Vorgaben einzuhalten als auch die Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten.
Einige wichtige Maßnahmen umfassen:
- Die Durchführung gründlicher Risikoanalysen, um die Notwendigkeit von Sicherheitsvorrichtungen wie 3PE-Schaltern zu bestimmen.
- Die Anpassung der Betriebsabläufe an die neuesten Sicherheitsstandards, sowohl bei neuen als auch bei bestehenden Roboterinstallationen.
- Schulung des Personals im Umgang mit neuen Technologien und Sicherheitsanforderungen, um das Risiko menschlicher Fehler zu minimieren.
Die bevorstehenden Änderungen in den Sicherheitsstandards bieten Operations-Profis die Möglichkeit, Prozesse zu optimieren und ihrer Belegschaft sichere Arbeitsumgebungen zu bieten, die gleichzeitig die Effizienz steigern.
Robert Reseneder – Interim Manager und Mentor
Tel. +49 175 265 6522
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Beitrag What evolving robot standards mean for implementations of cobots
Quelle: The Robot Report